Tabellenführer? Tabellenführer! Rakete Alte Herren mit tollem Saisonstart!

In der Spielzeit 2019 der Hobbyliga-West fährt unsere Rakete zweigleisig. Neben unserer „Ersten“ wurde auch ein Team für die „Alte Herren“ (AH) – Liga gemeldet. Schließlich wollen sich auch unsere +30-jährigen noch einmal im Liga-Betrieb beweisen.

Im ersten Freundschaftsspiel gegen Rot-Weiß Heerdt konnte die neu formierte Truppe bei einem 5:3 Sieg auch schon die ersten positiven Akzente setzen, jedoch weiß jeder Kenner: Freundschaftsspiele haben keine Aussagekraft.

Prompt ging man im ersten Heimspiel an der Fährstraße mit 1:2 gegen den FC Büderich, trotz großen Kampfes, baden! Da halfen auch keine Laptoptrainer-Skills von Spielertrainer Dennis, der die Aufstellungsformation via IPad den verdutzten Raketen präsentierte.

In der darauffolgenden Partie gegen Papa Kowolls Letzter Wille zeigte sich die enorme Resilienz , die in dieser Truppe steckt. Trotz einer schwachen ersten Hälfte und eines 0:1 Rückstandes spielten sich die Raketen wieder in die Partie und konnten am Ende durch Tore von Christoph, Bert und Tobi mit 3:2 triumphieren. Als besonderer Augenschmaus entpuppte sich der Siegtreffer in der Nachspielzeit. Raketen-Ibrahimovic Philipp düpierte zwei Gegenspieler an der gegnerischen Grundlinie und lupfte anschließend über alle Abwehrspieler samt Torwart den Ball mustergültig auf Tobi, der aus ca. einem halben Meter nur seinen Kopf hin halten musste.

Mit den ersten drei Zählern im Sack reiste man am vergangenen Montag zum Auswärtsspiel nach Gerresheim. Der Gastgeber Lokomotive Rheinwiese gilt als physisch unangenehme Truppe, den unsere Jungs den Schneid abkaufen wollten. Insbesondere Mittelfeld-Motor Christian nahm den Hinweis aber zu wörtlich und holte sich bereits nach 30 Minuten die „Ampelkarte“ ab. Auch generell waren die Raketen in den Zweikämpfen selten zögerlich, ein couragierter Auftritt. Nach dem frühen Kopfballtreffer von Philipp (Vorlage: Julian) stellte Michael mit einem herrlichen Treffer aus 30-35 Metern früh auf 2:0. In der Folge fehlte aber die Galligkeit und das trotz der Wiederkehr des Präsis. Die Lokomotive kam zurück und egalisierte die Führung noch vor dem Pausenpils. Nach einigen, auch verletzungsbedingten Umstellungen, schlug die Rakete in Form von Julian und Philipp (toller Doppelpass) zurück. Doch auch diese Führung konnte nicht lange gehalten werden. Aber wohl dem, der ein Christoph Klinck in seinen Reihen hat. Kurz vor Schluss bedient er mit einem Laserpass den am rechten Strafraumeck wartenden Philipp, der im Stile eines Klasse-Stürmers den Ball zum 4:3 ins Netz nagelte. Danach ging es noch weiter hin und her, Chancen hüben wie drüben. Am Ende reichte es aber zum 4:3 Auswärtssieg und damit auch zur Tabellenführung nach drei Spieltagen.

(Arbeitsnachweis siehe Bild)

Rakete 04 stürmt auf Platz 2 – 2:1 gegen A-Team reloaded

Es war mal wieder alles angerichtet. Die Rakete hatte Heimspiel an der Pariser Straße und empfing den Ex-Meister der Hobbyliga West: A-Team reloaded. Trainerfuchs Ghislain hatte jedoch Mühe eine fitte Elf aufzubieten, sodass man kurzerhand noch mit Andreas Klümpen einen weiteren Spieler verpflichtete – der direkt als Rechtsverteidiger überzeugte. Des Weiteren bildeten Andi Ravens, Thomas, Leo und Hotte eine Abwehr aus Granit so wie einst…Darmstadt 98. Im Tor konnten weder Ulli noch Manu spielen, sodass Dennis nach Verletzungspause das Tor hüten durfte. Im Sturm setzte Ghislain auf die Routiniers – Freudenstein und Yoon sollten Hannibal und Co. ordentlich einheizen.

Die Anfangsphase begann mit einem ersten Schreck. Leo verletzte sich schon nach wenigen Minuten und musste gegen Sebastian Diehl getauscht werden. Nach einer gespielten Viertelstunde konnte die Rakete erste Nadelstiche mit Kontern setzen. Ganz nach Lilien-Manier, ein hoher langer Ball auf Julian, der den Verteidigern davon sprinten konnte, um dann aber im Eins gegen Eins am gut postierten A-Team-Keeper zu scheitern. Dann lief sich Abwehrmann Ravens im Strafraum frei, konnte die hochprozentige Chance aber nicht zur Führung nutzen – sein Schuss war zu mittig. Das A-Team, immerhin mit einem Meistertitel in der Vitrine, erarbeite sich ebenfalls vorzeigbare Chancen. Die Abwehrrecken Thomas und Hotte mussten folglich „viel löschen“, Dennis konnte sich ebenfalls auszeichnen. Nach einer gespielten halben Stunde ein passabler Flankenlauf der Gäste. Murdock spielte den Ball hoch in den Strafraum, wo der gut postierte Angreifer mit seinem „Face“ Dennis keine Chance ließ. Postwendend aber die Antwort! Simon stieg dem Gegner aufs Dach. Julian spielte einen langen Ball aus zentraler Position auf Simon, der allen Abwehrspielern traumwandlerisch davon lief und mit einem messerscharfen Abschluss den Spielstand zurück auf Unentschieden stellte, à la bonne heure.

In der zweiten Hälfte war das A-Team die dominierende Mannschaft, dennoch ließen unsere Abwehrhelden nur sehr wenige Chancen zu. Die Raketen kämpften wie Löwen gegen die drohende Niederlage. Dazu kam eine „Abgezocktheit“, die man früher selten gesehen hat. Geschickt wurden Fouls gezogen, es wurde aber auch ordentlich ausgeteilt, wie sonst nur von B.A. Baracus. Raketen-Legende und Schlitzohr Frank konnte diese Spielweise am Seitenrand nur wohlwollend aufgenommen haben. Unser Offensivspiel war auch in Hälfte zwei stark von „Kick & Rush-Elementen“ geprägt. So wurde Julian lang geschickt, der dann sogar die Führung für Rakete 04 erzielte. Wahnsinn! Der Irrsinn wurde noch größer, da unsere Jungs das Ergebnis bis zum Ende hielten. 2:1 Sieg für Rakete 04! Platz 2 in der Hobbyliga-West. Das A-Team reloaded wirkte gegen Ende des Spiels entmutigt und fad wie der 2010 veröffentlichte Streifen „A-Team – Der Film“ mit Liam Neeson und Bradley Cooper.

Sollte dieses Spiel einmal verfilmt werden, der Oscar für den „besten Schnitt“ wäre uns sicherlich nicht zu nehmen.

„Fußball! Fußball! Fußball!“ – Rakete schlägt Sparta 2-1

Am Freitag kam Sparta Erkrath an die Pariser Straße und Andi Yoon feierte Jubiläum. Zu diesem Anlass und aufgrund der Spitzenleistung der Rakete gibt es ausnahmsweise keinen klassischen Spielbericht. Dafür ein ganz besonderes Bonbon: Eine Einzelkritik (Lobhudelei). Viel Spaß!

Uli: Wie in der Vorwoche bester Mann auf dem Platz. Garant für den Sieg. In Hälfte 1 glänzte der Raketentorwartzauberer mit einer Glanzparade nach der anderen. Tolle Strafraumbeherrschung. Stark im Eins gegen Eins, war nur durch einen perfekten Freistoß zu bezwingen. Auch auf dem Heimweg mit gutem Auge, als er in feinster Heinz-Sielmann-Manier einen jungen Fuchs erspähte.

Thomas: Klasse vor allem der souveräne Spielaufbau, an dem er maßgeblich beteiligt war. Und defensiv natürlich eine Bank. Seine bloße Anwesenheit sorgte dafür, dass ein Spartastürmer den Ball aus zwei Metern am leeren Tor vorbeischob. Thomas ist wie ein alter Fuchs: Je oller, je doller.

Hendrik: Bärenstark schon seine Ankleidereihenfolge. Wohl kein Mensch sieht in Stutzen und Unterplinte so schön aus wie er. Auch sonst stark: im Zweikampf, beim Kopfballspiel, in der Kommunikation, unter der Dusche, in der Gaststätte. Spielt mit dem Gedanken, eine Musikerkarriere zu starten, sollte aber besser über Pizzaservice nachdenken. Denn: Hotte liefert immer und überall.

Andi Y.: Was wurde in den vergangenen Wochen nicht alles geschrieben über den Raketentausendsassa? Am Freitagabend kam die Wahrheit zu Tage. Yoon hat als erster Spieler überhaupt 100 Pflichtspiele für die Rakete bestritten und ist somit das einzige Mitglied im legendären „Club der Hunderter“. Folgerichtig war er Erstenalles und spielte bis zu seiner Auswechslung mit einem Blumenstrauß in der linken und seiner Urkunde für besondere Verdienste in der rechten Hand. Trug dabei einen P.-Diddy-Pelz aus Waschbär. Vor den Mikrofonen behauptete er später, es sei nicht Waschbär, sondern Marderhund gewesen. Erntete dafür einige Buhrufe. Mal wieder eine Partie im Rampenlicht.

Christian: Vorbild an Kampfkraft und Leidenschaft. Spielte mannschaftsdienlich, warf sich mit Verve in jedes Duell. Forderte viele Bälle, rieb sich auf, half da, wo es brannte und stand als Stümer da, wo er gebraucht wurde, als er das wichtige 1-0 erzielte. Dürfte man sich einen Spieler schnitzen, es wäre Freudenstein.

Giang: Nach seiner Einwechslung gelang direkt die erste Aktion und die war auch sein Maßstab für eine tolle zweite Hälfte. Machte die linke Seite dichter, als jede Rakete sich selbst vorm KHE. Konnte irgendwann eigentlich nicht mehr laufen, tat es trotzdem. Ganz stark auch sein Auftritt in der Vereinsgaststätte, als er ohne Begrüßungsworte zu verlieren einen „Bremsklotz“ orderte.

Andi R.: Ähnlich wie Freudenstein ein Wunschspieler für jeden Trainer. An Polyvalenz kaum zu überbieten kann man ihn überall hinstellen. Gegen Sparta spielte er eine Mauer, die keinen durchließ. Als in der Schlussphase der ersten Hälfte die Rakete wegzuknicken drohte, löschte er weiter konsequent, was es zu löschen gab. War sich für nichts zu schade an diesem Abend, nicht mal dafür, Yoon die Mottenkugeln aus dem Pelz zu knibbeln.

Leo: Auch auf der 10 wertvoll. Herrausragend sein Außenristpass auf Ulf vor dem 1-0. Später beackerte er die rechte Seite. Nach hinten diszipliniert und mit wichtigen Entlastunsangriffen nach vorne. Beste Szene: In Hälfte 2 rief er während eines Haberstockkonters: „Fußball! Fußball! Fußball!“

Ulf: Schaltete sich immer wieder gefährlich in die Offensive ein. So auch vor dem 1-0 als er Christian in der Mitte mustergültig bediente. Generell supergutes, schörkelloses Passpiel. Versorgte die Raketen in der Halbzeit dann mit süßen Leckereien und nach dem Spiel ließ er auch noch Fachwissen aufblitzen, als er anmerkte: „Uli war früher mal richtig gut.“

Max: Spielte im Mittelfeld starke 30 Minuten. War überall da, wo er gebraucht wurde. Offensichtlich wurde er noch woanders gebraucht. Er ließ sich auswechseln und machte mit seinem Drahtesel einen Kurztripp ins Schickimicki. Nach seiner Wiederkehr dann in der Abwehr mit hundertprozentiger Zweikampfquote. Was für ein Auftritt.

Julian: Kam nach seinem Zusammenstoß mit dem Gegner schwer rein in diese Partie, Luft zum reden war aber vorhanden. Nach der Pause dann wie verwandelt. Zweikampfstark, behauptete die Bälle und kurbelte immer wieder mit Übersicht die Offensive an. Toller vorletzter Toni-Kroos-Pass in die Tiefe vor dem 2-0. Und schön, wier er nach seinem taktischen Foul den zeternden Gegenspieler in den Arm nahm.

Tim: Tim brachte unmittelbar nach seiner Einwechslung all seine Päsenz ein. Unzählige Sparta-Verteidiger zerschellten an seinem Mario-Gomez-Körper. Band sich immer wieder ins Aufbauspiel ein und war nur durch Fouls zu stoppen. Weltklasse sein intelligenter Querpass vor dem 2-0.

Bert: Setzte seinen 50er Oberkörper immer wieder gekonnt in Szene, gewann einige Kofballduelle und holte den Ball vor Leos Zuckerpass zum 1-0 in die Raketenreihen zurück (Gegenpressing) Als er dann in der 70. Minute feststellte, dass er eigentlich in WM Form ist und die Tragik darin erkannte, knickte er sich willentlich den Fuß um und musste verletzt raus. Trozdem noch stark in der Kabine, wo er mit Witz und Charme die Herzen seiner Mitspieler berührte.

Christoph: Bewies bei seiner Aufstellung ein gutes Händchen und sorgte dafür, dass sein Trainerstuhl in den nächsten zwei Wochen vierbeinig bleibt. War in Hälfte 1 darum bemüht, für Ruhe auf dem Platz zu sorgen, fand dann selbst in der Halbzeit die richtigen Worte. In Halbzeit 2 gewann er wichtige Zweikämpfe und stieß immer wieder selbst in die Spitze. Hätte sich beinahe belohnt, doch die Analyse findiger Ersatzspieler gab preis: Er wollte es zu genau machen.

Tobi: Durfte 90 Minuten im defensiven Zentrum ran. Hatte aus dem späten Genickbruch der Vorwoche gelernt und interpretierte seine Rolle daher auffallend tief. Bei einem seiner gezielten Vorstöße zeigte er dann all seine Routine. Zunächst brüllte er Tim an, den Ball in die Mitte zu passen. Dann legte er einen unnachahmlichen Laufweg hin, um schließlich vor zwei Spartaspielern am Ball zu sein und eiskalt zu vollstrecken. Ausgebufft. Beobachtete später mit Wonne, den von Uli entdeckten, jungen Fuchs.

Rakete gegen Hamm 0-1 – Köllers Superkräfte funktionieren

Viele fragten sich: Wo ist er nur geblieben? Lange Zeit hatte er nicht mehr zwischen den Pfosten seines Herzensclubs gestanden. Am letzten Freitag gab es nun die Chance für alle grübelnden Raketen, die Frage an ihn höchst persönlich zu richten. Und Ulrich Köller antwortete trocken und in aller Gelassenheit: „Ich habe mich zum Superuli ausbilden lassen.“ Die Anwesenden machten große Augen. Alle schwiegen. Alle? Fast alle. Der unbeugsame Yoon stellte grimmig in Frage: „Wo kann man das denn machen?“ „Sag ich dir doch nich!“, antworte Köller mit donnernder Stimme und Yoon lief davon, versteckte sich hinterm Jackett (Schiedsrichterjargon für Werbebande).

Trainer Tobi vertraute seinem Ulrich und dessen Superkräften und strich kurzerhand beide Haberstocks, Vampirjäger Gregor von Schwech, Raketenibrahimovic Döpp und viele andere Stars aus dem Kader .„Die brauchen wir nicht, wir haben Superuli“, grummelte er mit kerniger Trainerstimme. Als sich Yoon wieder hinter dem Jackett hervorgewagt hatte, waren die Raketen vollzählig. Zu elft. Der Schiedsrichter pfiff an und Uli zeichnete mit seinen Torwarthandschuhen einen Drudenfuß in den Kunstrasen seines Fünfmeterraums.

Hamm zunächst nur nach Standards gefährlich. Doch der Ball kam nie in Tornähe. Hatte Uli wirklich Zauberkräfte entwickelt? Die Rakete ließ wunderbar den Ball laufen und spielte sich immer wieder über viele Stationen nach vorne. Yoon, Ravens, Klinck und Osterhaus scheiterten allesamt in aussichtreichen Positionen, teils am Gästekeeper, teils an sich selbst. Freudenstein riss vorne Lücke um Lücke, trieb sich listig umher, ließ Bälle geschickt durch, war für den Gegner wie ein Fisch – nie zu greifen. Ghislain wich immer wieder fürsorglich auf die Flügel aus und schaute dort, ob Yoon sich mal wieder hinterm Jackett verkrochen hatte.

Dann ein Freistoß für Hamm. Der Schütze zirkelte das Ding in den Winkel, doch Ulrich Köller wendete sein durch Speedreading angeeignetes Wissen an und verwandelte sich kurzerhand in einen Frosch, stieß sich kraftvoll vom Boden ab und sprang mit seinem gesamten Körper in den Torwinkel, aus dem er den Ball locker herausfischte. Thomas, Leo und Hendrik sorgten bis zur Halbzeit mit all ihrer Erfahrung dann für ein lockeres Austrudeln.

In der Halbzeit traf man sich zum Pausentee am Jackett. Dann ging es weiter. Rakete lauerte nun auf Konter und Hamm schob sich den Ball hin und her ohne gefährlich zu werden. Hatte Hamm nicht den Ball, hämmerten sie gegen Beine und Köpfe (wie Hammer das so machen,wenn gerade keine Nägel da sind). In Abwesenheit vom jüngeren Haberstock, sah sich Max gezwungen, eine Privatfehde mit dem Schiedsrichter zu führen und holte sich folgerichtig gelb ab.

Mit zunehmender Spieldauer vernachlässigte die Rakete die Defensive und spielte auf Sieg. Das führte zu Hammer Chancen. Ein Hammer rannte allein auf Uli zu. Der verwandelte sich in einen Bus und stellte sich quer vor das Tor. Dem Hammer blieb nichts anderes übrig: Er rannte verzweifelt mit dem Ball am Tor vorbei, in der Hoffnung, das würde irgendwas bringen (was es natürlich nicht tat).

Dann mal ein Raketenangriff: Tobi ging über rechts und bediente in der Mitte Christian, der sich drehte und umgetreten wurde. Doch der Pfiff blieb aus. Dafür ertönte Ulis Hupe, die nichts einbrachte. Hamm scheitere zwei weitere Male in aussichtreicher Position, dann konnte Yoon die Ungewissheit nicht mehr ertragen. Neugierig platzte es aus ihm heraus. „Kannst du wirklich zaubern, Uli?“, fragte er den Mannschaftsbus in Köllerform.“ „Ja“, erwiderte Superuli. „Beweis es mir“, hauchte Yoon. „Gut“, sagte Uli. „Den nächsten lass‘ ich rein.“ In der 88. Minute schoss ein Hammer aufs Tor und der Ball ging rein. Das war Beweis genug.

Die Rakete versuchte noch mal alles. Christoph brachte einen scharfen Freistoß in den Fünfer. Tobi köpfte den Torwart an. Letzte Minute: Ecke Christoph. Superuli jetzt mit vorne, köpfte das Plastikleder Richtung Tor, doch plötzlich fiel der Ball geradewegs zu Boden, als wäre er von unsichtbarer Wand aufgehalten geworden. Der Schiedsrichter pfiff ab. Was war passiert? Der Raketentorwartzauberer hatte vergessen, den Drudenfuß aus Halbzeit 1 wegzuwischen. Ein Anfängerfehler, der ihm in dieser Form sicher nicht noch ein mal passieren wird.

Tanz auf zwei Hochzeiten beendet – Lot Jonn tritt Rakete 04 aus dem Pokal!

Die Rakete gilt landauf, landab als Pokalschreck. Begründet nahezu ausschließlich aus der famosen Pokalsaison 2015, als wir als damaliger Zweitligist kernig ins Pokalfinale einzogen. Auch wenn das nun nach den großen Erfolgen eines VfL Bochums klingt, die Marschroute vor der Saison war klar: Titel müssen her! Im Achtelfinale wartete der FC Lot Jonn – Ein gutes Omen. Schließlich wurden die Kneipenkicker auch schon 2015 aus dem Weg geräumt.

Das Spiel ging leider sehr unerfreulich los. Nach zwei Minuten Spielzeit musste Manu „hinter sich greifen“, Guten Morgen liebe Raketen! Anschließend kam der Spielaufbau aber in Schwung. Tim mit der ersten guten Gelegenheit, sein Kopfball ging aber knapp über den gegnerischen Kasten. Die Rakete dann auch ruhiger am Ball, Freudenstein imponierte mit einer nie zuvor gesehenen Agilität. Der FC Lot Jonn wurde begleitet von einer Meute Schlachtenbummler, die es sich mit einem Fässchen Alt gemütlich gemacht hatten. Die kochende Stimmung an der Pariser Straße übertrug sich schnell auf die Gäste, die von Anfang an sehr nickelig in den Zweikämpfen waren. Da der Schiedsrichter stets ein Auge auf die Vorgänge abseits des Platzes hatte „Holt dat Kind da weg“, „Ersatzspieler hinter dat Jackett“, „Jetzt is ma Ruhe da draußen“ übersah er doch einige Fouls der ruppigen Fieslinge. Infolgedessen schwoll der Kamm bei Julian und Kollegen, die mit „Engelszungen“ den Schiri auf die Gangart der Lot Jonner hinwiesen. Leider war die Kreditlinie der Raketen an diesem Abend nicht besonders hoch. Nach knapp einer halben Stunde traten die Raketen zurück. Der „neue Christian“ verursachte einen Freistoß, den ein Lot Jonner-Spieler sehenswert zum 0:2 verwandelten.

Nach der Pause war die Rakete wieder spielbestimmend. Julian, Tim, Christoph und Max konnten nur von Fouls gestoppt werden, die in der Regel nicht gepfiffen wurden. Nach einer Reihe guter Gelegenheiten wurde dann auf Elfmeter gegen die Rakete entschieden – 0:3. Die Gäste spielten sehr effizient und zogen unseren Raketen nach und nach alle Schneidezähne. Nur noch mit Eckzähnen ausgestattet, traf Julian dann aber zum Anschlusstreffer. In den letzten Minuten einige weitere Hochkaräter, doch Christoph & Company gelang kein weiterer Treffer mehr. Schade, der Pokalsieg ist dann aber 2019 fällig!

 

Die Rückkehr der Trainer – Rakete feiert tolkienen 2-0 Sieg gegen United

Mittwochabend in Flehe. „Nur noch auf unsere Türme! Größer geht es nicht mehr!“, brüllte der United-Kapitän in der 82. Minute und schwor sein Team damit auf die Schlussphase ein. Ein Blick in den Raketensechzehner verriet: Da vorne standen sie: Die zwei Türme. Doch sie waren machtlos. Denn die Raketen präsentierten sich an diesem Abend loyal und kampfstark wie: Die Gefährten. Und was macht die Herr-der-Ringe-Trilogie komplett? Richtig: Die Rückkehr des Königs. Die gab es nicht. Stattdessen einen hochemotionalen, gänsehautbehafteten, tollkühnen, nahezu epischen Auftitt des Trainerteams. Und das nach dem schweren Rückschlag von Hilden: Die Rückkehr der Trainer!

Ghislain hatte eine überraschende Aufstellung gewählt. Julian, der die Abwehr als Hauptschuldigen ausgemacht hatte, durfte es nun selbst besser machen und bildete gemeinsam mit Max und Gregor die Abwehrreihe. Zwei Türme und ein Hobbit also. In seiner Ansprache verdeutlichte Ghislain, Tobi wäre alleinschuldig an der letzten Niederlage und beorderte ihn dann auf die Position des Waldläufers. Eine mutige Entscheidung. Legolas Freudenstein, Sebastian Beutlin und Gimli Yoon rieben sich verwundert die Augen. Doch der Plan des Raketenkönigs ging auf.

Nachdem einer der Raketentürme in der zehnten Sekunde über den Ball gestolpert war, musste Manu – der Blaue – die Raketenfestung erstmals beschützen, mehr ließen die Raketen aber zunächst nicht zu. United hatte den Ball, Rakete lauerte. Und bekam nach zehn Minuten eine Ecke zugesprochen. Legolas Freudenstein schoss den Ball kunstvoll wie pfeilschnell vor das Tor, König Ghislain setzte sich am ersten Pfosten durch und legte quer. Waldläufer Tobi schaltete am schnellsten und schob das Ding über die Linie. 1-0. Eine Trainerkoproduktion.

United zog weiter ein feines Kurzpassspiel auf. Die nächste Chance aber hatten die Gefährten. Baumbart Ravens, schickte Tobi, der auf und davon marschierte und dann in der Mitte Trainerkumpel und Thronfolger Christoph suchte, doch die zwei United-Türme standen zu diesem Zeitpunkt noch hinten und konnten klärend eingreifen.

Auf der anderen Seite hatte Rakete Glück, dass United einen Kopfball am Tor vorbeisetzte. Vorne war es wieder der Waldläufer, der für Unruhe sorgte. Er stiebitze einem der Türme den Ball vom Fuß und schob die Schweineblase im Anschluss unterm Torwart hindurch. Um Haaresbreite verpasste diese ihr Ziel. So ging Rakete mit knappem Vorsprung in Halbzeit Zwei.

United weiter mit exzellenter Spielanlage. Rakete weiter gefährlich. Christoph zielte frech auf den kurzen Pfosten – Fußabwehr des Torwarts. Zauberer Leo blutete im Gesicht. Was für eine Schlacht. Sebastian Beutlin ging voran, König Ghislain, Baumbart Ravens und der ältere Haberstock gaben ihm Geleitschutz. Und dann kam er, der große Auftritt von Yoon. Tim nahm dem Gegner den Ball im Mittelfeld und schickte Tobi, der spielte rüber auf Gimli Yoon. Yoon dribbelte sich zunächst durch die Minen von Moria, dann zog er sich den Kampfhelm ins Gesicht, zückte seine Axt und schlug sich gewaltig durch eine Meute blutrünstiger Orks, den Ball eng am Fuß versteht sich. Thronfolger Christoph platzte in der Mitte vor Aufregung – dachten einige. Tatsächlich handelte es sich um einen elbischen Schlachtenruf: „Andiandiandiandiandiandiandiandi!“ Gimli Yoon blieb kurz stehen, betrachtete den Ball zu seinen Füßen, dann fiel sein Blick auf den jungen Thronfolger in der Mitte. Er krächzte ihm zu: „Ein Yoon passt nie zu spät. Ebenso wenig zu früh. Er passt genau dann, wenn er es beabsichtigt.“ Mit entschlossenem Blick schob er das Leder dann Richtung Torlinie. Ein Turm drohte zu klären, doch Christoph vollendete tolkien das Werk von Gloins Sohn Andi. Trainerteam: Zwei Tore, zwei Vorlagen. United: Null. Der Rest ist Geschichte.

Am Freitag spielt die Rakete Pokal. Mal schauen, ob Yoon wieder eine Axt im Schienbeinschoner hat.

2-3 gegen Hochdahl – Rakete verpasst geplanten 12-1 Auswärtssieg deutlich

Am Samstag traf sie sich zum Nachholspiel, die Rakete, diese Ansammlung von Tunichtguten und Gernegroßen, die den Rheinpark ihren Heimathafen nennt. Im sonnigen Hilden sollte auf der Anlage des dort ansässigen FC Italia der Hochdahler SV bezwungen werden. La Dolce Vita also. Die Vögel zwitscherten, kein Wölkchen am Himmel und die Auswechselspieler (leistungstechnische Gründe) genossen bei 23 Grad Außentemperatur den Blick auf das wohlpräparierte Spielfeld, an dessen Rand die S1 zwischen Dortmund und Solingen ihren Gleisen folgte. Raketentrainer Tobi hatte für diesen Bilderbuchsamstagnachmittag einen todsicheren Plan ausgetüftelt. 70 Minuten lang sollten die Raketen den Gegner bloß „ausspekulieren“ und ihn dann ab Minute 70 fachgerecht in seine Einzelteile zerlegen, so wie eine gut ausgebildete Fleischereifachverkäuferin das für gewöhnlich mit einem gerupften Masthahn macht. Doch die Mannschaft setzte diese Marschroute unter den fachkundigen Augen des Schiedsrichterobmanns konsequent nicht um. Würde die Rakete heute selbst Federn lassen?

Sie spielte zu Beginn ordentlich, kontrollierte Ball und Gegner, Großchancen blieben aber aus. Ganz stark in dieser Phase Rekonvaleszent Ulrich Köller, an diesem Nachmittag in Doppelfunktion als Paparazzo und Getränkewart erschienen und natürlich: Tickerkönig Gregor von Schwech, der die Raketendiaspora an den Endgeräten mit Tickerfeinkost fütterte.

Im Laufe des Spiels verloren „die Gäste aus der Landeshauptstadt“ (von Schwech) den Faden, und die Hochdahler Ersatzspieler machten sich auf dem Bahndamm warm. Rakete wurde kurz vor der Halbzeit nach unnötigem Ballverlust im Aufbau mit dem Rückstand bestraft.

Die zweite Halbzeit hatte dann mehr zu bieten. Trotz unmenschlicher Temperaturen auf dem Spielfeld, für die Hoch Leo verantwortlich zeichnete, biss sich die Rakete mehr und mehr in diese Partie, wollte den Ausgleich, rannte an, erspielte sich hochkarätige Torchancen. Tim spielte im Strafraum Bert frei, der zielte knapp daneben. Schwierig, Topleistungen abzuliefern, wenn der WM-Zug ohnehin abgefahren ist. Nach einer Ecke köpfte der Mann mit dem Transfermarkt.de-Profil – Hotte Bödecker – den Ball an die Latte. Dann Freistoß von Julian, Max nutzte eine Unaufmerksamkeit des Torwarts eiskalt. Der Ausgleich. Tim tauchte allein vor dem Hochdahler Torwart auf, doch Letzterer behielt die Oberhand. Und dann wieder ein leichtfertiger Ballverlust im Aufbau, die Hochdahler konterten über ihren schnellen Zopfspieler und kein Raketenspieler schaffte es zu folgen. 1-2 Rückstand. Rakete machte weiter. Max im linken Mittelfeld spielte auf Tobi ins Zentrum, der Yoon mit einem Diagonalball fütterte, Yoon spielte Nolook auf Tim und Tim zimmerte das Ding in die Maschen. Ein tolles Tor und es war klar: Die Rakete spielte hier volles Rohr auf Sieg. Tim jagte einen Freistoß an den linken Pfosten. Max scharfe Hereingabe hätte Tobi über die Linie drücken können, doch er schaffte es nicht (leistungstechnische Gründe). Julian wurde an der Strafraumkante gelegt. Max zirkelte den fälligen Freistoß ans Lattenkreuz. Tobi schickte Ravens auf die Reise. Der „Traktor unter den Ferraris“ nahm mächtig Fahrt auf und scheiterte mit einem satten Schuss an Torwart und Außennetz. Dann ein Konter der stets gefährlichen Hochdahler, Manu hielt spitze. Rakete drückte weiter und wurde nach bewährtem Muster bestraft: Unbedrängter Fehlpass im Aufbauspiel, zu wenig Gegenwehr im Anschluss und das Ding war drin. Nur noch eine Minute zu spielen: Der Zug war abgefahren, die Enttäuschung der Raketenspieler über diese unnötige Niederlage deutlich hörbar.

In der zweiten Halbzeit hatte die Rakete streckenweise tollen Fußball angeboten, ihr Publikum unterhalten, deutlich mehr Torchancen als der Gegner gehabt und auch der Wille konnte ihr nicht abgesprochen werden. Dennoch: So ganz unverdient war diese Niederlage am Ende nicht. Denn: Hätten die Raketen den Gegner – wie abgesprochen – erst 70 Minuten lang „ausspekuliert“, wäre das Spiel wahrscheinlich 12 zu 1 für Rakete ausgegangen. So oder so verließen einige Raketen „leicht angenascht“ die Sportanlage Richtung Landeshauptstadt.

Rakete 04 – Zenit Unterbach 2:2 – Später Ausgleich durch den Raketenschuh

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In der letzten Saison standen im Duell mit den Unterbachern ein Remis und eine knappe Niederlage für unsere Rakete zu Buche. Nun sollte mit viel Rückenwind aus den letzten siegreichen Spielen endlich der erste Dreier eingefahren werden. Doch leider ist die „Kader-Decke“ momentan etwas dünn. Nur 12 ½ Raketen (Ulf mit grippalem Infekt nur für Notfälle fit) fanden sich am Freitag Abend an der Pariser Straße ein. Gut, dass Stürmerstar Philipp mit seinen „Rakete 04“ gravierten Fußballschuhen das richtige Signal setzte.

Die Anfangsphase war durchaus ausgeglichen, die Gäste hatten aber die bessere Spielanlage. Nach knapp 20 Minuten kam Christian im Strafraum an den Ball, traf von der rechten Seite aus aber nur das Außennetz. Es war ein Weckruf für die Gäste, die dann den Ton deutlich angaben. Unsere umformierte Abwehr mit Leo, Julian, Gregor, Ravens und Ghislain mussten sich vielen Angriffen erwehren, konnten ab und an aber auch gefährliche Konter einleiten. So wie in der 30. Minute. Tim bekommt den Ball vom überragenden Yoon knapp 30 Meter vor dem Gehäuse gespielt, geht noch ein paar Schritte und zieht dann wuchtig ab. Nur das Tornetz der Unterbacher verhindert, dass der Ball nicht in Neuss gelandet ist: 1:0 für die Rakete! Wie so oft wurde nach dem Führungstreffer abgeklatscht, die Erleichterung bei allen Raketen war deutlich zu spüren. Zenit schien sich von Tims „Kunststoß“ und Mike Hankes Tor gegen Leverkusen reichlich inspiriert zu haben und schossen mit dem Anpfiff direkt auf Manus Kasten. Der stand leider etwas zu weit vor der Linie – 1:1. Auf ultrarutschigem Geläuf war die Maßgabe ab sofort klar: Shoooot. In der eigenen Hälfte wurde den Raketen kurz vor der Pause ein Freistoß zugesprochen. Leo probierte es direkt! mit einem gefährlichen Aufsetzer, den der Schlussmann der Gäste mit viel Mühe über die Latte lenken konnte.

In der zweiten Halbzeit vollzog sich ein Abnutzungskampf. Beide Teams schenkten sich nichts, unsere Raketen mit einer kämpferisch einwandfreien Leistung. Tim, Simon, Christian und Yoon unterbanden im prasselnden Regen jegliche Angriffsbemühungen der Gäste, Philipp rieb sich vorne auf. Julian und Leo immer wieder mit gefährlichen Vorstößen, bis auf eine Kopfballchance für Philipp aber ohne die zwingenden Gelegenheiten. Zenit, mit vielen guten Technikern ausgestattet, wusste aber auch die stumpfe Klinge einzusetzen. Da die Spielleitung sehr viel laufen ließ, stand am Ende nur eine gelbe Karte für Ravens, die der Schiri süffisant mit den Worten „Hast Du sauber umgehauen“ kommentierte. Kurz darauf eine strittige Szene im Strafraum der Raketen. Gregor kommt im Zweikampf angeblich zu spät und trifft mehr Gegner als Pocke. Den fälligen Elfmeter verwandelt Zenit zur Führung. 1:2. Zenit anschließend fast mit der Entscheidung – es rettet die Raketenlatte! In der letzten Viertelstunde noch ein Wechsel bei den Raketen. Für Ghislain kam René in die Partie. In der 88. Minute versucht Tim es wieder aus der Distanz, der Ball wird von einem Abwehrspieler aber abgefälscht und fällt dem Mann mit den Raketen-Schuhen quasi vor die Füße: 2:2 durch Philipp! Das Tor feiern Tim und Philipp gebührend mit dem berüchtigten Schuhputzjubel. In der Nachspielzeit bekommt Christian den Ball am 16er, trifft das Leder tückisch mit dem Schienenbein, doch der Keeper kann den „immer länger werdenden Ball“ knapp um den Pfosten lenken. Bei unangenehmen Regenwetter ertönte dann der Schlusspfiff, ein gutes Spiel mit einem aus Raketensicht gerechten Ergebnis!

 

Prickelnde Punktspiel-Premiere – Rakete schlägt Brause im Alliterationsduell 2-0

Frostiger Freitagabend, widrige Witterung, klirrende Kälte, bespielbarer Boden, anvisierter Auftaktsieg, steigende Stimmung: Rakete Rheinpark – Blau Blau Brause. Ein Fest für Alliterationsfans.

Ausgerechnet in diesem denkwürdigen Duell musste unsere Rakete auf ihren bärenstarken Brausebaron verzichten. Aber auch ohne den launigen Lank-Latumer Ulf standen elf rüstige Raketen auf dem gefärbten Grün: Maschine Manu im Tor. Als Wellenbrecher vor der Abwehr: Der bärbeißge Bödecker. Ganz vorne Beau Bert an der Seite von „Lässt-sie-alle-stehen“ Leo.

Brause dann mit dem besseren Beginn, Rakete mit dem Stotterstart. Nach zwei Minuten war zu erkennen, die Rakete hatte es mit einem guten Gegner zu tun. Tolle Torchancen sprangen aber kaum heraus. Die rustikale Raketenabwehr stand. Oberzweikämpfer Osterhaus machte jegliche Tür zu. Ballsportler Birkholz raspelte kein Süßholz, und Kante Knierim war auch an diesem Abend Kante Knierim.

So wagten sich unsere mächtigen Mannen immer mehr in die Offensive. Der frische Freudenstein kurbelte über rechts an, Arbeitsbiene Andi über links. Im Zentrum war der doppelte Haberstock nur durch fachmännische Fouls zu stoppen. Freistoß Rakete. Gut und gerne sechsundzwanzigeinhalb Meter. Eine Sache für den knorrigen Knierim. Gefühlvoll hob er das pinke Plastik über die massive Mauer. Schöner Schuss. Tolles Tor. Brause gefror die Sprite in den Adern.

Trainer Tobi pfiff Philipp heran und schickte ihn mit einem persönlichen Popoklaps aufs Feld. Pfau Philipp stolzierte straks in des Gegners Strafraum. Der jüngere Haberstock bediente ihn prompt. Ohne Federn zu lassen schob Philipp schön schnörkellos zum 2-0 ein.

Der Schiedsrichter bat zum Pausentee. Nun kam Rakete Ravens, außerdem Trainer Tobi für Bärbeißer Bödecker. Ein positionsgetreuer Wechsel passend zur Partie – lassen beide ihre berüchtigten Beine in der Freizeit gern in die Flaschenhälse berühmter Brauseflaschen hineinbaumeln, um ihre Waden in Fanta zu baden.

Brause stellte nach der Pause dann das Pressing ein. Rakete reagierte ratlos. Kam Brause doch mal vor das Raketengehäuse, fehlte die Kaltschnäuzigkeit. Und das bei morbiden Minusgraden. Für Rakete war es ein Freistoß, der die größte Großchance einbrachte: Bachelor-Double Bert flankte pfauengerecht auf Philipp, doch der kam die berühmte Pfauenfeder zu spät. Julian, Bert, Tim, Leo und eben Philipp brachten sich immer wieder in aussichtsreiche Ausgangssituationen, wurden aber vom guten Gegner gestört.

Bödecker wollte sich dann selbst einwechseln, doch seine bärtigen Beine waren in den Fantabrauseflaschen festgefroren. Hinten klärte Tobi ein dringendes Ding per Knie, dann war das Ding durch.

Ein arbeitsintensiver Arbeitssieg gegen einen griffigen Gegner. Frenetische Freude bei Freudenstein and Friends.

„Pokalkracher an der Pariser Straße“ Rakete 04 RheinPARK – SG Cosmos/Hennekamp 4:0

Die neue Spielzeit startete am letzten Freitag mit der ersten Pokalrunde. Der große Rivale aus vergangenen Hobbyligazeiten kam an die Pariser Straße, Cosmos Düsseldorf – „The Originals“. „We call it a Klassiker“ hätte vermutlich Franz Beckenbauer zu der Partie gesagt, wäre er denn gefragt worden.

Mit viel Vorfreude blickte man also auf die Partie. Und auch unser Gegner wusste die Partie zu würdigen. Schliesslich wurde auf deren Vereinshomepage der Gegner als „Rakete 04 RHEINBAHN“ angepriesen. Shots fired!

Raketen-Chef Ghislain erinnerte seine Mannschaft in der Spielbesprechung an glorreiche Schlachten gegen Cosmos. Unter anderem ein nebulöses 7:1 für die Rakete habe es wohl gegeben. Und die Spiele seien immer sehr rustikal gewesen. So so. Dementsprechend stellte er auch mit Hendrik, Thomas, Leo und Julian Spieler auf, die dagegen halten und so grimmig schauen können, dass kein Fahrkartenkontrolleur der Welt nach einem Fahrausweis fragen würde. Mit von der Partie war auch wieder Andi Yoon, der sich erbarmte und noch eine Saison seiner schillernden Hobbyligakarriere bei den Raketen verbringen wird.

Mit dem Anpfiff war die Rakete sofort tonangebend. Der Ball lief im Mittelfeld recht präzise auf sehr rutschigem Geläuf. Sturmtank Philipp tat die Winterpause gut. Er wirkte sehr spritzig und überlief mehrmals, wie ein D-Zug, seine Gegenspieler. Sein Sturmpartner Dennis, eher der Typ Bummelzug, wurde als Wandspieler eingesetzt, der die Bälle dann in das nachrückende Mittelfeld zurückspielte. Trotz der massiven spielerischen Überlegenheit fehlten die großen Chancen in den ersten 30 Minuten. Wenn nichts aus dem Spiel geht, dann vielleicht mal Gefahr über eine Standardsituation. Max schlug eine Ecke auf den am 16er stehenden Julian, der artistisch mit einem Seitfallzieher den Ball aufs Tor brachte und knapp vom Cosmos-Goalie über die Latte gelenkt wurde. Die erste größere Chance brachte noch mehr Auftrieb. Kurz darauf eine Flanke von Max auf Philipp, der die Pille sofort verarbeiten konnte und aus ca. 12 Metern zur längst überfälligen Führung traf. Der Brustlöser. Cosmos kam danach zu einer Chance nach einem katastrophalen Rückpass, aber Andi Ravens im Tor musste bei diesem Schuss nicht mehr eingreifen. Kurz vor der Pause wieder die Zugbegleiter im Angriff. Philipp setzt sich halblinks im 16er durch und spielt in die Mitte, wo Ulf, die Altrakete, mühelos einschieben konnte. 2:0! Damit wandelt Ulf auf den Spuren von Ryan Giggs, schließlich hat er in jeder Raketen-Hobbyliga-Saison mindestens einen Treffer erzielt. Chapeau! Mit großen Gefühlen ging es dann in die Halbzeit.

Ghislain nahm einige Wechsel vor. Bert, Christian, Tim, Christoph und der Präsi kamen in die Partie. 5 andere mussten weichen. Jedoch verließen nur 4 den Platz. Frank mimte am Spielfeldrand Otto Rehhagel, zählte alle Vertragsamateure und EU-Ausländer durch und winkte dann Leo schnell vom Platz. Das Spiel konnte mit 11 gegen 11 weitergehen. Aber nicht allzu lange. Hendrik beklagte sich mehrmals höflich aber bestimmt beim Schiedsrichter, der die konstruktive Kritik weniger konstruktiv aufnahm. Zehn Minuten Zeitstrafe! Die Rakete machte es also wieder spannend, aber auch in Unterzahl kontrollierten wir das Spiel. In der zweiten Halbzeit gefielen insbesondere Tobi und Max als wuchtige „Tecklenburger-Flügelzange“, die immer wieder Flanken in den Strafraum brachte. In der 62. Minute dann das 3:0. Max flankt auf Philipp und der rammt mit seinem Kopf den Ball und den Torwart ins Netz! Schöner Doppelpack. Vorgespult bis in die 80. Minute ­ eine rar gesäte Kontermöglichkeit der Gäste. Abwehrchef-Thomas kam, wie jede gute Regionalbahn, ein „Tacken“ zu spät und senste ca. 35 Meter vor dem eigenen Tor den Stürmer um. Wieder 10 Minuten Zeitstrafe. Mit „Hatte eh keine Lust mehr“ quittierte er den heutigen Dienst. Aber auch die abermalige Unterzahl konnte unserem Offensiv-Feuerwerk nichts anhaben. Kurz vor dem Ende flankte Bert präzise auf den heranstürmenden Christoph, der per Kopf auf den 4:0-Endstand stellte. Der Derbysieg war nie gefährdet und geht aufgrund der großen Überlegenheit natürlich in die Geschichte unserer Raketen ein.

In ca. 4 Wochen startet dann auch die Liga. Das erste Spiel bestreiten die Rheinparker dann gegen den Aufsteiger Blau Blau Brause.